Der Mantrailer - Personenspürhund

Im Gegensatz zu Flächenrettungshunde nimmt der Mantrailer (Personenspürhund) den Individualgeruch einer Person auf und kann ihn trotz Ablenkungen
wie Düfte in der Stadt, Straßenverkehr oder anderen Personen im Idealfall über eine längere Distanz verfolgen. Die Duftspur einer Person setzt sich u. a.
aus den tausenden Hautschuppen, die wir ständig in jeder Minute absondern und Bakterien zusammen. Das ergibt einen einmaligen Geruch, den der Hund
verfolgen kann.

 Der Mantrailer in Aktion
Der Mantrailer in Aktion
 
Die zu suchende Person bewegt sich dabei z. B. durch eine Siedlung, geht über Wege oder einen Park. Fährt dann mit einem Bus in die Stadt, wo er durch
eine Einkaufspassage geht. All diese verschiedenen Situationen und noch mehr muss der Mantrailer während seiner Ausbildung erlernen. Von der vermissten
Person muss ein eindeutiger Geruchsträger genommen werden, den nur die vermisste Person berührt hat. Dieses Geruch speichert der Hund zu Beginn der
Spur und verfolgt diese bis zum Ende der Spur, wo die vermisste Person sich befindet.
 
Aufnahme des Geruchsstoffes
Ophra (Mantrailer in Ausbildung) nimmt den Geruchssträger aus der Tüte auf

Die Ausbildung zum Mantrailer ist sehr viel aufwendiger als die eines Flächenhundes, weil der Hund viel mehr Schritte zum verfolgen der Spur verfolgen muss.
Hier kann man schon mal mind. 3-4 Jahre bis zur ersten Prüfung einrechnen. So unterscheidet man z. B. nach einer Grau- (fester Untergrund wie Asphalt, ge-
pflastere Wege, Kiesweg) und Grünspur (Wald, Wiese, weicher Untergrund). Auch bewegt sich eine Person nicht gradlinig sondern bewegt sich mal schneller
oder langsamer, bleibt an einen Ort stehen, überquert eine Straße oder geht durch die Fußgängerzone.
 
Der Mantrailer muss mit möglichst vielen Umwelteindrücken und mit immer verschiedenen Helfern ausgebildet werden. Die Übungsort müssen stetig gewechselt
werden, um keine Routine bei der Arbeit an bestimmten Orten und Personen aufkommen zu lassen. Der Hund muss auch sicher anzeigen, wenn die Spur endet
(Negativ). Witterung, Alter der Spur, Wind und weitere Faktoren bestimmen den Schwierigkeitsgrad, den der Hund ausgesetzt ist. Eine Spur kann schon mal
über mehrere Kilometer gehen und einige Tage alt sein.
 
Gut ausgebildete und erfahrene Mantrailer können vermisste Personen so ausspüren. Sie sind aber keine Überhunde und haben auch ihre Grenzen. Nicht
jeder vermisste Person wird so aufgefunden. Sie gelten als sinnvolle Ergänzung zur Flächensuchhunden.
 
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Ophra verfolgt die Geruchsspur

Wer das Ziel hat, einen einsatzfähigen Mantrailer zu führen, benötigt sehr viel Zeit und einiges an Geld. Seminare und Trainingsgruppen sind über ganz NRW
oder dem Bundesgebiet verstreut, die man besuchen muss. Mehrfach in der Woche muss man mit seinem Hund üben.
 
Die vermisste Person wurde gefunden
Die vermisste Person wurde gefunden
 
Unsere Rettungshundestafel bietet im Moment selber keine Möglichkeit zur Ausbildung von Mantrailern an. Ingeborg Sch. mit ihrer Hündin Ophra wird im
Moment durch uns und der Hilfe von Nachbarstaffeln mit BRH geprüften und einsatzfähigen Mantrailern ausgebildet. Wir unterstützen sie tatkräftig dabei.